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 Betreff des Beitrags: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Sa 29. Mai 2010, 22:09 
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Registriert: Mi 26. Mai 2010, 23:13
Beiträge: 3
Hallo,

dies sind Emails gewesen, die ich damals an alle meine Freunde geschickt habe, damit ich nicht ständig am Telefon gefragt werde. Erst jetzt, ein Jahr danach, kann ich gut darüber reden und möchte meine Geschichte bzw. die unserer Tochter mitteilen.

Melina Yasmin 1490g,39cm,30.SSW

Wenn Ärzte falsch entscheiden...
Vergangenen Mittwoch war ich zur normalen Untersuchung bei Dr.H. und ab Mittwoch Nacht war mir schlecht, sodass ich gedacht habe, dass ich eine Magendarmgrippe hätte.Melina (unsere Tochter) lag noch mit dem Kopf nach oben und fing irgendwann an sich zu drehen,wie sich im Nachhinein rausstellte.Übelkeit und Erbrechen hatten mich im Griff, ich konnte weder schlafen, noch mich außerhalb des Bettes bewegen.Bis Freitag Mittag, da habe ich mich dann kurz vor 12 zu meiner Allgemeinärztin aufgerappelt. Die hatte Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung und meldete mich noch schnell bei Frau Dr. S. an (hat mit Dr.H. eine Gemeinschaftspraxis-Dr.H. war aber nicht mehr da). Nach dem CTG und MumuTest war alles okay und sie verordnete mir eine Diät, weil sie auf Magendarmgrippe schloss.Freitag abend so gegen 23.15Uhr wachte ich dann auf, weil ich schon wieder sowas schwammiges bemerkte und dachte, die Fruchtblase wäre geplatzt.Das halbe Bett voll Blut.Mein Mann hat dann den Krankenwagen geholt und unterwegs setzten dann auch alle 8 Min. die Wehen ein.Im Kreißsaal wurden sie von Minute zu Minute hektischer und eröffneten mir dann "Frau S.(ich)-wir müssen ihr Baby holen" Vollnarkose,Zeitdruck und ich zu nichts mehr fähig. Mein Mann stand daneben und beobachtete alles. Er sagte, sie waren wie die Ameisen. Innerhalb von 15 Minuten wurde das komplette Ärzteteam zusammengestellt und innerhalb von 5 Minuten Melina Yasmin geboren.Der Arzt öffnete die Narbe und das Erste, was ihm entgegenkam, war die abgelöste Plazenta. Dann nahm er die vollständig gefüllte Fruchtblase mit unserer Tochter raus und und befreite sie. Sie hatten drei Minuten Zeit zwischen Plazentaablösung und Melinas Geburt,denn du musst dir vorstellen, dass dir einer den Hals würgt und du komplett von allem abgeschnitten bist.Drei entscheidende Minuten...Melina lebt!
Sie kam sofort in den Inkubator und wir hoffen jeden Tag mit ihr,dass sie es schafft! Sie ist ein tapferes kleines Mädchen.Kommt mittlerweile ohne Atemhilfe alle drei Stunden aus und rappelt sich hoch. Im Gehirn ist noch Wasser,welches aber jeden Tag geschallt wird, um Hirnblutungen zu vermeiden.Eine Herzarterie,die in der Schwangerschaft für die Aufnahme von Sauerstoff aus meinem Blut zuständig war, wird jetzt innerhalb von 3 Tagen mit Medikamenten geschlossen.Ihre Lungenreifung ist sehr gut vorangeschritten und auch sonst mit der Muttermilch merkt man von Tag zu Tag wie es ihr besser geht. Sie ist ein gesundes Frühchen, dass nur einfach durch mich zu früh auf die Welt gekommen ist.Der Arzt sagte später, das er in seinen 16 Berufsjahren noch nie sowas dramatisches erlebt hatte. Wir hätten nur ein paar Minuten später beide nicht mehr hier sein können.Ich hatte sehr viel Blut verloren.Darüber wollen wir nicht mehr nachdenken! Unsere Tochter lebt und das ist das Einzige was zählt! Gestern wurde ich mehr oder weniger entlassen und fahre jeden Tag Mittags in die Klinik zu ihr.Vor drei Tagen durfte ich sie das erste Mal im Storch an Arm und Hand berühren, in wenigen Tagen darf ich sie mal kurz halten. Jedes Mal, wenn ich vor ihr stehe laufen mir Tränen übers Gesicht ...vor Freude...weil sie so tapfer ist! Anfang Mai, also in 7 Wochen ca wird sie entlassen.

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Hallo ihr Lieben,

wie versprochen halte ich euch auf dem laufendem, was Melina angeht.
Seit ca 5 Tagen dürfen wir nun auch mit unserer Tochter kuscheln. So genanntes kanguruing (sie liegt mit ihrem kleinen Körper auf unserer Brust) macht das möglich. Durch den intensiven Hautkontakt bekommt sie das Gefühl nicht allein zu sein und genießt es mindestens genauso, wie wir.Vorgestern war ich ziemlich erschrocken. Sie hatte einen neuen Zugang in den Kopf bekommen und an jedem Arm und Beinchen eine Manschette.Das rechte Bein war mit dem rechten Arm zusammengebunden...das ganze hatte aber den Sinn, dass sie sich den Zugang nicht aus dem Kopf reißt.Die Manschetten waren zur Überwachung. Also alles halb so wild! Sah nur alles brutal aus.Sie hatte einen Infekt und bei so ganz kleinen ist es schwierig die Zugänge für mehrere Tage frei zuhalten.Hände und Arme sind schon ganz schön zerstochen und müssen erst zuheilen.
Mittlerweile wiegt sie über 1500g und hat sogar schon 5 ml alleine aus der Flasche getrunken- den Rest per Sonde, wie immer. Es geht ihr wirklich gut! Heute hatte sie zum ersten Mal einen kleinen Body an...das sah so süüüß aus.

Alles weitere nächste Woche!
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Neuigkeiten von Melina: Sie ist in ein anderes Zimmer zu den "Großen" gezogen und liegt jetzt in einem einfachen Wärmebettchen (da wärmt nur noch die Matratze und nicht, wie im Inkubator, die Luft). Wiegt mittlerweile über 2200g und hat fast die Größe eines normalen Neugeborenen (46cm). Kurz gesagt: Es geht ihr gut!
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Melina wurde Ende April aus dem Krankenhaus entlassen. Sie hatte noch etliche Wochen danach einen Überwachungsmonitor bei sich,der die Atemaussetzer kontrollierte und uns im Notfall gewarnt hätte.Sie ist jetzt ein Jahr und zwei Monate alt, bekommt öfter Physiotherapie und Frühförderung,weil sie vom Stand eines etwa 9mon. Babys gleicht. Sie sitzt, aber nur wenn man sie hinsetzt.Sie schafft es nicht alleine hoch.Sie robbt aber ist so sonst topfit.Essen ist nicht sooo gut aber trinken tut sie jetzt wenigstens regelmäßig.Wir mussten ihr zeitweise das Wasser reintropfen mit einer Pipette,da sie das Trinken komplett verweigert hatte.
Diese vielen Überwachungen und ständigen Arzttermine waren echt nervend.Melina hatte kaum das sie zuhause war Dreimonatskoliken und schlief bis sie knapp ein Jahr war nicht durch. Unsere Nerven lagen blank und auch jetzt erst konnte ich mich an sie gewöhnen.Sie war da aber sie gehörte nicht wirklich zu mir. Deswegen bitte ich alle, die das lesen und Einfluss darauf haben:
-Nehmt das Babybett aus den Zimmern der Mütter...man kommt sich vor wie jemand, der sein Kind verloren oder weggegeben hat...das ist schrecklich!
-Ich durfte am ersten Tag als mein Baby geboren wurde nicht zu ihr auf die Intensivstation, da ich mich nicht hinsetzen konnte und das Bett nicht durch die Tür gepasst hätte.Wisst ihr wie schlimm das für eine Mutti ist das eigene Baby nicht zu sehen?! Mein Mann hat Fotos von ihr gemacht und sie zuhause schnell ausgedruckt und sie zu mir auf den Nachttisch gestellt, damit ich sie sehen konnte.Mein Kreislauf war nicht stabil genug, damit ich in den Rollstuhl nach oben gebracht hätte werden können.
-Erst Tage danach durften wir sie ganz kurz berühren und ich glaube nach 2 Wochen durfte wir mit ihr kurz kanguruhen, da sie sehr schnell auskühlte.Wo war der Sehlsorger für die Ängste und Sorgen der Eltern?!?! Es war eine schlimme Zeit und von der psychischen Belastung ... Es hat gut ein Jahr gedauert bis ich meine Tochter richtig liebhaben konnte. Ich weiß nicht warum das so war aber ich denke es ist vermeidbar! Ich will damit sagen, das der Kontakt zu Mutter/Tochter intensiver sein könnte und meine damit nicht sie aus dem Brutkasten zu nehmen und zu riskieren,dass sie auskühlt.Aber die Distanz die in dieser Zeit zwischen uns war hat mich von ihr weg getrieben.Ich hatte keine Beziehung zu ihr...


Es ist alles etwas langsamer aber sie ist ein wunderbares kleines Mädchen!!!

...ich weiss sehr viel Text ;) aber danke fürs zuhören!


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 Betreff des Beitrags: Re: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Mi 2. Jun 2010, 10:23 
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Registriert: Mo 17. Mai 2010, 21:59
Beiträge: 19
Wohnort: Oberfranken
Hallo Mevchen,

vielen Dank für Deinen Beitrag, der Start Deiner Tochter liest sich wirklich sehr dramatisch. Um so schöner, dass es der kleinen Melina jetzt trotz des schwierigen Beginns gut geht! :)

Die Frühgeburt ist eine Extremsituation, die ich selbst sogar zweimal mit allen Hochs und Tiefs durchleben musste. Ich kann gut nachvollziehen, wie sehr das ganze am Anfagn Deine Gefühle bestimmt und das Verhältnis zu Deiner Tochter verändert hat.
Ich bin mir aber nicht sicher, wie man die von Dir kritisierten Punkte deutlich verbessern könnte. Ich stelle es mir schwierig vor, wenn Mutter und Kind von Beginn an im selben Zimmer wohnen, schon alleine wegen der ganzen Überwachungsgeräte und der Frequenz, in der Schwestern nach dem kleinen Neugeborenen schauen müssen. Auf die Art würden die Mütter - die ja auch selbst erstmal wieder "auf die Beine" kommen müssen, wahrscheinlich mehr unter der Situation leiden als nötig. Ich persönlich hätte die vielen vielen lebensbedrohlichen Vorfälle, kritischen Situationen und Notfälle, die meine Kinder in den ersten Lebensstunden/Tagen erleiden mussten, nicht rund um die Uhr ertragen können. Es war für mich schon schlimm genug, jeden Tag davon erzählt zu bekommen. :(

Aber ich stimme Dir voll und ganz zu: es wäre natürlich wunderbar, wenn es irgendwann in der Neonatologie einen besseren Weg geben würde, um die Bindung zwischen Mutter und Kind von Anfang an bestmöglich zu untersützen.

Vielen Dank für Deine Gedanken zu dem Thema, es war sehr interessant, dies mal so zu lesen. ;)

Findet ihr anderen die Ähnliches erlebt haben denn auch, dass die Frühgeburt so eine gravierende "Lücke" in die Beziehung zwischen Mutter und Kind reißt?

_________________
Liebe Grüße von

Karin

Das Forum rund ums Thema Frühchen und Frühgeburt
http://www.fruehchenforum-online.de


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 Betreff des Beitrags: Re: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Do 3. Jun 2010, 15:13 
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Registriert: Di 18. Mai 2010, 21:28
Beiträge: 19
Wohnort: Schwanewede
Herzlich Willkommen hier!

Bist du in Behandlung gewesen mit deinen Bindungsproblemen?
Bei mir war es ähnlich, Ich hatte auch so meine Probleme in der KH zeit, fühlte mich mehr als Azubi statt Mutter zu sein.
Es gibt ganz viele unschöne Situationen die ich nie vergessen werde.
Ich habe Sinja nach der Sectio mit Vollnarkose auch nicht gesehen, sie wurde zu einer Not OP in eine Kinderklinik gebracht. Sehen durfte ich sie 2 Tage später, als ich verlegt wurde. Kängaruhen wurde mir nicht angeboten mit einem frisch operierten Baby, habe mich auch später nie getraut zu fragen.
Zu Hause fühlte ich mich verloren, nach ein paar Wochen entwicklete Sinja sich als Schreibaby, fast ein Jahr lang versuchten wir in unseren 4 Wänden mit einem schreienden sensiblen Baby zu überleben, sie Entwickelte sich schlecht.
Nach dem diese schwere Zeit überstanden war bekamen wir die Diagnose Körperbehindertes Kind.
Dabei sein Kind anzunehmen wie es ist, fällt schwer und man muß sehr an sich arbeiten um seine Ehe und seine Familie aufrecht zu erhalten.
Ich hatte auch viele Probleme mit der Bindung zu Sinja.
Ich bin in Langzeittherapie und das hilft sehr.

Ich wünsche dir alles Gute für die weitere Zeit mit deiner kleinen. Ich habe Sinja auch erst spät so richtig kennenlernen dürfen, da ich auch zu gemacht habe als Mutter während der Schreizeit.
Heute haben wir ein sehr inniges Verhältniss und Sinja fordert meine Nähe sehr stark ein.

Ich wünsche mir auch von den Krankenhäusern mehr Einfühlungsvermögen und mehr Bindungsfördernde Möglichkeiten. Schulungen vor allem allem bei den Schwestern, denn leider gibt es sehr viele die nicht auf die Eltern eigehen können. Es gibt aber auch in jedem KH Superliebe Schwestern und Ärzte.
Jeder macht verschiedene Erfahrungen, mal schlechte mal gute. Je nachdem was man auch Erwartet!

_________________
"Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein
Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann"
Zitat: Richard von Weizsäcker
Judith mit Sinja-26.11.07-31.SSW-ICP


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 Betreff des Beitrags: Re: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Do 3. Jun 2010, 18:41 
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Registriert: Mi 26. Mai 2010, 23:13
Beiträge: 3
hallo ihr beiden,

vielen dank für eure antworten. nein, ich habe die phase mittlerweile überwunden und wir haben zueinander gefunden,aber wie gesagt nach einem jahr erst.durch die koliken und die ständigen untersuchungen läuft man innerlich amok und kommt nicht zur ruhe.ich habe mittlerweile wieder angefangen zu arbeiten und meine elterzeit abgebrochen...sonst wäre ich kaputt gegangen. jetzt geht es mir gut! melina ist in einer einrichtung und die meisten termine unserer kinder nimmt mein mann morgens wahr,weil er immer erst am späten vormittag zu arbeiten anfängt.so gewinne ich abstand von der ganzen sache.die physiotherapeutin kommt zur tagesmutti und die frühförderung bringt und holt die kinder.das macht alles etwas leichter. aber auch ich musste erst lernen zu fragen...um hilfe zu fragen,weil ich das sonst zeitlich alles nicht schaffe (selbständig).es lässt sich alles regeln.

2.mit der bindung in den ersten tagen meinte ich nicht, das melina zu mir kommen sollte, sondern:
ich lag ja auf der entbindungsstation wie andere muttis auch und ich war alleine auf dem zimmer.sie haben mir bewusst keine andere "muddi" mit zugelegt,da ich die heultage bekam...aaaber...sie haben das leere bett an meinem, indem sonst normalerweise die babys drinliegen, stehenlassen.alleine der anblick und dann die fragen der hereinkommenden "wo ist denn ihr kind?" hat mich fertig gemacht.tja mein kind...heul.....versteht ihr?

3.ich wäre gerne am ersten tag auf einer schmaleren trage zu ihr auf die intensivstation(andere etage) gefahren worden.weil mein bett nicht durch die tür gepasst hatte und ich noch nicht sitzen konnte,konnte ich mein kindchen nicht sehen.das ist etwas unverständlich!sowas gibts es bestimmt auch.und wenn sie mich für 10min. auf ein kinderbett gelegt hätten.sooo dick bin ich ja nun wirklich nicht aber so verliert man ja auch die bindung zu seinem kind,oder? dieses ganze zusammenspiel machte mich fertig.

wir können durch unsere erfahrungen schreiben und anderen halt und kraft geben.ich hätte damals so gerne jemanden gehabt,der mir zuhört und mich versteht.das ist eine verdammt schwere zeit!

liebe grüße
mevchen


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 Betreff des Beitrags: Re: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Do 3. Jun 2010, 20:43 
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Registriert: Di 18. Mai 2010, 21:28
Beiträge: 19
Wohnort: Schwanewede
Du hast recht, ich hab auch erst spät ein Forum gefunden wo man mich versteht! Freunde und Familie und auch der eigene Mann verstanden mich und meine trauer nicht.
Aber es geht fast jeder Mutti (wenn das Kind auf die ITS kommt) so das man nicht am ersten Tag zum Kind kann, es gibt viele die körperlich überhaupt nicht in der Lage sind.
Ich war sehr froh mit ganz viel Willen aufzustehen und gehen zu üben, am nächsten Tag, um zu meinem Kind zu können.

Mir war es wichtig wenigstens mein Mann bei Sinja zu haben.

Sorry ,aber für mich hört es sich nicht so an als wenn du es schon verarbeitet hättest, vielleicht wäre es ja ganz gut nochmal etwas aufzuarbeiten. Ich kenne das von mir selber, bei dem nächsten Krankenhaustermin oder ähnlichem kommen diese ganzen Gefühle wieder hoch. Jetzt habe ich weniger Probleme damit, da ich schon einiges verarbeitet habe. Irgendwann kommt es doch hoch.

_________________
"Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein
Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann"
Zitat: Richard von Weizsäcker
Judith mit Sinja-26.11.07-31.SSW-ICP


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 Betreff des Beitrags: Re: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Fr 4. Jun 2010, 14:25 
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Registriert: Fr 28. Mai 2010, 11:56
Beiträge: 7
Hallo,
mein Sohn musste ja direkt in ein anderes KH verlegt werden, da das, in dem ich entbinden musste, keine Kinderklinik hat. Ich konnte aber zum Glück am nächsten Morgen (Not-KS war abends gegen 22 Uhr) schon wieder aufstehen, so dass ich sofort auch in das andere KH verlegt werden konnte und rik noch am selben Nachmittag besuchen konnte (es gab so spezielle Stühle, wo man halb liegend drin sitzen konnte). Wäre mir sonst sicher auch sehr schwer gefallen. Mit der Bindung hatte ich eigentlich von Anfang an keine Probleme (um auf Karins Frage zurückzukommen), irgendwie war Erik vom 1. Anblick an "mein" Kind, ich habe auch den Anblick der Kabel etc. nie als störend empfunden. Warum das so war, weiß ich nicht. Ich weiß noch, dass ich meiner Hebamme ganz stolz die 1. Fotos von Erik (schon intubiert) gezeigt habe und sie nur meinte, er sähe so bedauernswert aus. Hmm, damals habe ich die Bemerkung nicht verstanden, ich habe bei dem Anblick nur Zuneigung empfunden,jetzt im nachhinein kann ich eher verstehen, wie es anderen ergangen sein muss, wenn sie Erik das 1.Mal gesehen haben oder später mit seinem Wasserkopf. Ich hatte immer nur Angst, dass er sterben könnte, das er auf irgendeine Art und Weise behindert sein würde, war mir selbst recht schnell bewusst. Vielelicht war das eine Art Schockreaktion? Keine Ahnung..
Ich finde es wie Judith auch schade, erst recht spät so ein Forum (erst das FFO) gefunden zu haben, da war Erik schon jast unkorr. 1 Jahr alt). Das hilft einem doch immer wieder weiter.
@ Mevchen: schön, dass du die Phase überwunden hast!
Gruß,
Katja


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 Betreff des Beitrags: Re: unsere Tochter kämpft ;) 1490g 39cm
BeitragVerfasst: Mi 25. Aug 2010, 16:29 
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Registriert: Mi 25. Aug 2010, 16:07
Beiträge: 3
Ich habe ja das problem meine Tochter nicht loslassen zu können.
Eigentlich endet meine Elternzeit im Januar 2011 und ich muß wieder voll Arbeiten, aber ich weiß echt nicht wie ich das schaffen soll.
Wir haben mit unserer Maus auch schon so viel durchgemacht und müssen leider auch noch ne menge durchmachen.
Das hört sich jetzt vielleicht blöde an aber ich habe ihr am Tag der Entlassung versprochen sie nie wieder alleine zu lassen. Und bis jetzt hab ich das auch nicht.
Ich versuch meinen Freund immer zu erklären wie ich mich fühle: Ich liebe sie so sehr das es mir manchmal weh tut und wenn wieder einmal irgendwelche untersuchungen nicht gut gelaufen sind hab ich das Gefühl mir drückt jemand die Luft ab und ich sterbe.

Das sind zwei schwerwiegende probleme: Keine Nähe aufbauen können oder keinen Abstand zulassen.
Also ich für meinen Fall habe mir jetzt vorgenommen Psychologische Hilfe zu holen.


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